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Feb 01

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Rezension: „Bilderbuchboy“ von Christian von Aster

Bewertung:

BilderbuchboyWarum er sein Band mit Kurzgeschichten ausgerechnet „Bilderbuchboy“ nannte, kann ich mir bei bestem Willen nicht erklären. Denn Bilder finden sich in keiner der neunzehn Kurzgeschichten. Jedoch viel Text auf wenigen Seiten. Einhundertzwölf sind es im Gesamten. Also Seiten. Einge sind verstörend, andere erkenntnisreich und wieder andere lassen den Leser (oder auch die Leserin) unverhofft schmunzeln. Ein echter von Aster also. Von von Aster.

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Es ist schon eine Weile her, dass ich Christian von Aster versprach, in seinen Kurzgeschichten zu schmökern und sie anschließend auf dem Blog zu bewerten. Kennengelernt hatten wir uns auf der Leipziger Buchmesse 2014 bzw. am Rande selbiger; und zwar während der Lesenacht und einer gemeinsamen Lesung von von Aster, Jan-Uwe Fitz (der Taubenvergrämer) sowie Luci van Org (Lucilectric) in Noels Ballroom, einem kleinen Pub abseits der Leipziger Innenstadt. Hier saß und stand Von Aster auf der Bühne und las aus „Bilderbuchboy“. Wobei, viel mehr spielte er die Kurzgeschichten aus seinem Band nach, ärgerte sich mit Ken Kawashima über den triebgestörten Godzilla, beugte mit Irmgard Schneider das Raum-Zeitkontinuum und schimpfte mit der bösen Bärbel, einer furchteinflößenden Piratendame, über zu viel Speck im Sauerkraut. Ein lustiger Abend.

Dass die Kurzgeschichten in „Bilderbuchboy“ wie für die Bühne gemacht sind, zeigte sich bereits bei der ersten heimischen Lektüre. Kurze Sätze und wirre Gedankengänge, Logiksprünge und abgehakte, innere Monologe zeichnen die Erzählungen aus. Die Perspektive wechselt bei jeder Geschichte; mal ist der Protagonist selbst der Erzähler, mal wird über ihn berichtet. Der Leser hat es dabei nicht leicht, konzentriert bei den Geschehnissen zu bleiben. Oft genug habe ich Sätze wieder und wieder lesen müssen, um den Erzählstrang wieder fassen zu können. Überhaupt schweift man gerne vom Text ab und stellt sich die dargebotene Szenerie im eigenen Kopfkino vor. Dabei ist Geschwindigkeit, in der Von Aster seine Geschichten erzählt, extrem hoch.

Wenn man „Bilderbuchboy“ von Christian von Aster mit einem Wort beurteilen sollte, dann müsste man sich schon aus dem Englischen bedienen: Ich denke, „strange“ passt ganz gut. Massentauglich sind die Kurzgeschichten keinesfalls. Dafür sind sie zu wirr und laden dazu ein, die Lektüre bereits nach den ersten Storys zu unterbrechen. Allerdings lohnt es sich auf jeden Fall, das Büchlein bis zum Ende zu lesen und jede der neunzehn Geschichten zu erleben. Ich bin jedenfalls froh, weitergelesen zu haben!

Fazit: Man hasst es oder man liebt es. Zwischendrin gibt’s nicht. Doch egal, wie man sich entscheidet; eines sollte man auf jeden Fall tun: „Bilderbuchboy“ lesen!

Eckdaten

  • Titel: Bilderbuchboy
  • Autorin: Christian von Aster
  • Preis: EUR 8,95 / Kindle: 3,99
  • Taschenbuch: 112 Seiten
  • Verlag: U-Line Anti-Pop
  • ISBN-10: 393923933X
  • ISBN-13: 978-3939239338

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