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Apr 12

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Darf ich mal anfassen? – Auf Tuchfühlung mit Schlogger und Marvin Clifford (Buchmesse-Blog)

12.03.2015 – Die beiden Comic-Zeichner Marvin Clifford und Johanna Baumann zählen zu den jungen, aufstrebenden Sternen am Webcomic-Himmel. Mit ihren Blogs Schisslaweng und Schlogger erzählen sie Woche für Woche mehr oder weniger autobiographisch und mehr oder weniger regelmäßig über die Welt, wie sie sie erleben – zur Freude einer stetig wachsenden Fanschaft und auch zu unserem Pläsier. Umso größer war unsere Begeisterung, beide Künstler auf der Leipziger Buchmesse treffen zu dürfen.

So im Nachhinein betrachtet lässt sich über vieles lachen. Zum Beispiel über das eigene Verhalten, wenn Comiczeichner, die man eigentlich nur aus dem Internet kennt, plötzlich im echten Leben vor einem sitzen und darauf warten, dass man aufhört zu brabbeln und ihnen endlich sagt, was man denn eigentlich von ihnen möchte.

„Ihr seid doch Schlogger und Marvin, oder?“

„Jaaaaaaaa…?!“

Ihr seht, auch so kann man eine Konversation zielführend beginnen.

Aber im Ernst: Der anfängliche Knoten in der Zunge löste sich doch recht schnell. Wir hatten Glück, dass wir schon recht früh und noch vor den meisten Besuchern an den Stand des Webcomic-Shops Kwimbi gekommen waren und sich die beiden Comiczeichner voll und ganz auf uns konzentrieren konnten. Gespannt waren wir besonders auf Marvin.

„… so freundlich, wie man es von einem Berliner erwarten kann“

Beeinflusst durch seinen Webcomic „Schisslaweng“ hatten wir uns schon sehr früh eine Vorstellung davon gemacht, wie er denn im echten Leben sein könnte. Kennengelernt hatten wir bislang nämlich nur sein Alter Ego Marv, den Comic-Antiheld und Computerspiele-Nerd, der kein Fettnäpfchen auslässt und mit Zynismus auf den kruden Humor des Lebens reagiert. Wir hatten ihn aber auch als tiefgründigen und in sich gekehrten Menschen erlebt, als es von seiner Freundin verlassen wurde und dieses traurige Lebensereignis – natürlich – in vielen Comic-Episoden verarbeitet hatte.

Und tatsächlich: Marvin plappert, zieht Grimassen und haut in jedem zweiten Satz jemanden in die Pfanne. Man lacht, hält inne und fragt sich plötzlich, ob man selbst gemeint war. Doch noch bevor man zu einem Ergebnis kommt, erzählt Marvin schon die nächste Geschichte und man lacht weiter. Dabei ist er so freundlich, wie man es von einem Berliner erwarten kann, und färbt seine Sätze immer öfter in den typischen Hauptstadt-Dialekt. So sprachen wir in nur zehn Minuten über Gott und die Welt, über Comicstrips an der heimischen Flurwand, über stalkende Fans, warum er als einziger Comiczeichner Sakko trägt und was er vom Messe-Bullshit-Bingo seiner Kollegen hält.

„… wie Einhorn-Reiten im Glücksbärchi-Land“

Johanna lächelt die ganze Zeit. Beim Erzählen, beim Zeichnen, beim Verkaufen. Und man kauft ihr das Lächeln auch tatsächlich ab. Sie ist ein durch und druch freundlicher Mensch. Das zeigt sich auch in ihren Comics und Zeichnungen. Den Clifford’schen Zynismus sucht man hier vergebens. Wenn Schlogger Geschichten erzählt, dann ist das wie Einhorn-Reiten im Glücksbärchi-Land, und selbst Darth Vader wird trotz Krieg der Sterne zu einem weichgekochten Softie. Das ist weiß Gott keine böse gemeinte Kritik. Bei all den „bad news“, die einem Tag für Tag begegnen, tut es sehr gut, die Welt für einige Minuten anzuhalten, das Gehirn abzustöpseln, in Flausch zu legen und wie Johanna zu lächeln. Kurzum: Das Gesamtpaket Schlogger ist „cute as hell“!

Whoop! Whoop!

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich das Treffen mit Marvin und Johanna sehr gelohnt hatte. Wir durften nicht nur zwei supersympathische Menschen kennenlernen, sondern bekamen auch noch zwei lustige Zeichnungen in unsere gekauften Comic-Bücher. Und da Johanna in den nächsten Tagen Ihren Master of Science erwartet, drücken wir an dieser Stelle kräftig die Daumen! ihren Master of Science mittlerweile erfolgreich bestanden hat, klatschen wir von hier aus nachträglich Applaus!

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